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Handelsängste belasten die deutsche Geschäftsmoral

Laut einer genau beobachteten Umfrage vom 25. Juni ist das Vertrauen der deutschen Wirtschaft erneut gesunken, da die Befürchtungen eines schädlichen transatlantischen Handelskrieges und politischer Kämpfe die wirtschaftlichen Aussichten trüben.
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Das Vertrauen der deutschen Wirtschaft ist im Juni erneut gesunken, heißt es in einer genau beobachteten Umfrage am 25. Juni, als die Befürchtungen eines schädlichen transatlantischen Handelskrieges und politischer Kämpfe die wirtschaftlichen Aussichten trüben.

Der Geschäftsklimaindex des ifo Wirtschaftsinstituts mit Sitz in München ist im Juni auf 101,8 Punkte gesunken, nachdem er im Mai mit 102,3 Punkten leicht nach oben revidiert worden war.

Die von Factset befragten Analysten hatten einen noch stärkeren Rückgang vorhergesagt.

“Der Rückenwind der deutschen Wirtschaft beruhigt sich”, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest in einer Stellungnahme.

Die Umfrage ergab, dass die Führungskräfte mit ihrer aktuellen Geschäftslage weniger zufrieden waren, während ihre Erwartungen für die Zukunft uneinheitlich waren.

Der ifo-Wert ist der jüngste in einer Reihe enttäuschender Daten für die europäische Spitzenwirtschaft, die die Befürchtungen einer Verlangsamung nach einem starken Jahr 2017 schürten.

Das ifo Institut hat in der vergangenen Woche seine deutsche Wachstumsprognose für 2018 drastisch von 2,6 Prozent auf 1,8 Prozent gesenkt.

“Die Zahl der dunklen Wolken am deutschen Wirtschaftshimmel hat deutlich zugenommen”, sagte ING-Bankanalyst Carsten Brzeski.

“Die bedrohlichsten Faktoren sind allmählich eskalierende Handelsspannungen, höhere Ölpreise und in jüngster Zeit Turbulenzen in der Innenpolitik.”

Nach Ansicht von ifo wurde der Juni durch die Unruhe unter den Handelsunternehmen, deren Aussichten zum ersten Mal seit 2015 pessimistisch wurden, nach unten gedrückt.

Deutsche Führungskräfte bereiten sich auf die Auswirkungen eines umfassenden Handelskrieges mit den USA vor, nachdem Präsident Donald Trump die Metallimporte aus der Europäischen Union mit Zöllen belegt hat.

Die EU schlug am 22. Juni mit Zöllen auf US-amerikanische Kultprodukte wie Levi’s Jeans und Harley-Davidson-Motorräder zurück.

Als Reaktion hat Trump Zölle auf Autoimporte bedroht, zum Alarm der deutschen Autohersteller.

Der US-Führer ist auch mit China in eine ähnliche Auseinandersetzung verwickelt.

Deutsche Unternehmen, die näher an ihrer Heimat sind, verfolgen nervös einen Showdown zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Innenminister über die Einwanderung.

Wenn der Riss nicht gelöst wird, könnte er die Koalitionsregierung von Merkel nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt stürzen.

Die ifo-Lesung basiert auf einer Befragung von rund 9.000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Bau und Dienstleistungsgewerbe, die gebeten werden, ihre Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate abzugeben.